Was hat eine Pfanne mit deiner Gesichtspflege zu tun?
„Walentina, mit Ihren Tipps könnten Sie ein Buch schreiben!“
Neulich sagte eine Kundin zu mir: „Walentina, mit all den Tipps, die ich über die Jahre von Ihnen zur Hautpflege und Gesundheit bekommen habe, könnten Sie eigentlich ein ganzes Buch schreiben.“
Da musste ich lächeln. Viele meiner Ideen entstehen tatsächlich durch euch: durch meine Kundinnen und Kunden, meine Patientinnen und Patienten. Durch eure Fragen und die Gespräche in meiner Praxis. Was für mich nach vielen Jahren selbstverständlich ist, ist für euch manchmal eine ganz neue Erkenntnis.
Und weil ich Hautpflege gerne verständlich erkläre, greife ich oft zu Beispielen aus dem Alltag. Heute nehme ich euch bei ein paar dieser Gespräche mit.

„Ich benutze keine Gesichtsreinigung. Nur Wasser.“
Diesen Satz höre ich immer wieder. Dann frage ich gerne: „Wie macht ihr das denn mit eurem Körper? Verwendet ihr dort auch ausschließlich Wasser?“
Stellt euch eine fettige Pfanne vor. Ihr haltet sie unter Wasser – und merkt schnell, dass sich der Fettfilm damit allein nicht so einfach lösen lässt. Natürlich ist unsere Haut viel empfindlicher als eine Bratpfanne. Der Vergleich hilft aber dabei, zu verstehen, weshalb eine passende Reinigung sinnvoll sein kann.
Oder ein anderes Bild: Ihr habt im Garten gearbeitet, seid verschwitzt und voller Staub. Würdet ihr euch jetzt direkt ein frisch gewaschenes, gebügeltes Hemd anziehen?
So ähnlich erkläre ich, weshalb wir bei der Gesichtspflege auch über die Reinigung sprechen müssen. Viele verwenden täglich eine Creme, schenken dem Schritt davor aber kaum Aufmerksamkeit.
Dabei geht es um eine sanfte, zum Hautzustand passende Reinigung. Starkes Schrubben und häufiges Waschen können die Haut reizen – gerade bei Unreinheiten. Akne lässt sich auch nicht einfach „wegwaschen“.
Was ich unter Wirkstoffkosmetik verstehe
In meiner Arbeit als Heilpraktikerin und Kosmetikerin beschäftige ich mich viel damit, welche Pflege zu welchem Hautzustand passt. Wenn ich von Wirkstoffkosmetik spreche, meine ich eine gezielte Auswahl von Produkten und Inhaltsstoffen für ein bestimmtes Pflegeziel.
Dabei entscheidet für mich weder der Preis noch der Verkaufsort allein darüber, ob ein Produkt geeignet ist. Ich möchte wissen: Was steckt darin? Wie ist es formuliert? Und passt es zu der Haut, die ich gerade vor mir habe?
Hier kommt mein nächster Alltagsvergleich ins Spiel: das Kochen und Backen.
Ihr könnt die besten Zutaten auf dem Tisch stehen haben. Für ein gelungenes Ergebnis braucht ihr trotzdem ein passendes Rezept. Es macht einen Unterschied, welche Mengen ihr verwendet, in welcher Reihenfolge ihr arbeitet und wie lange etwas im Ofen bleibt. Auch die Pfanne oder Backform beeinflusst das Ergebnis.
Ähnlich schaue ich auf die Hautpflege: Ein einzelner interessanter Wirkstoff ist noch kein vollständiger Pflegeplan. Entscheidend ist, wie die Produkte zusammenpassen und wie die Haut darauf reagiert.
Was braucht eure Haut gerade jetzt?
Wenn ihr zu mir kommt, schauen wir deshalb gemeinsam hin: Stehen Unreinheiten im Vordergrund? Stören euch Pigmentflecken? Fühlt sich die Haut trocken an? Reagiert sie schnell empfindlich?
Manchmal bestehen mehrere Wünsche gleichzeitig. Dann müssen wir Prioritäten setzen. Welche Schritte sind sinnvoll? Was verträgt die Haut bereits? Und womit sollten wir noch warten?
Ein Serum oder eine Maske kann eine Pflegeroutine gezielt ergänzen. Ob ihr beides braucht, ergibt sich aus eurem Hautzustand und eurem Ziel. Eine gute Routine muss auch in euren Alltag passen.
Einfach möglichst viele Produkte querbeet zu verwenden, macht die Auswahl dagegen unübersichtlich. Wenn die Haut anschließend reagiert, lässt sich oft kaum nachvollziehen, woran es liegt.
Erfahrung bedeutet auch, Grenzen zu erkennen
Dasselbe gilt für Behandlungen wie Microneedling oder Säurepeelings. Bevor ich über eine Methode nachdenke, muss ich die Haut beurteilen: Ist die Behandlung für diesen Hautzustand geeignet? Was ist realistisch? Welche Vorbereitung und Nachpflege braucht es?
Zu meiner Arbeit gehört deshalb auch, zu erkennen, wann eine kosmetische Behandlung an ihre Grenzen stößt und eine dermatologische Abklärung sinnvoll ist.
Für mich beginnt gute Hautpflege mit genauem Hinsehen, Zuhören und verständlichen Erklärungen. Ich möchte, dass ihr wisst, weshalb ihr etwas verwendet – und worauf es dabei ankommt.
Vielleicht wird aus all diesen Gesprächen irgendwann tatsächlich ein Buch. Bis dahin teile ich meine Gedanken hier mit euch. Denn oft beginnt der nächste hilfreiche Praxistipp mit einer ganz einfachen Frage von euch.




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